Hier findest du Geschichten und Informationen rund um die Schwangerschaft, Geburt und Familien.
An dieser Stelle berichtet ab Sommer 2012 Charlotte aus ihrem Leben mit Kind, Bauch und bald wieder mit Baby. Die berufstätige, verheiratete und noch bis voraussichtlich Ende Juli schwangere Mutter eines kleinen Sohnes lebt mit ihrer Familie in Kiel. Kommentare zu ihren Berichten und eigene Erfahrungen sind herzlich willkommen.
Erziehung ist Glückssache. Viele Sachen passieren von selbst, ohne dass man durch Regeln oder Grenzen setzen, durch Verbote und lange Reden großen Einfluss darauf nehmen könnte. Die Erkenntnis, dass Erziehung auch umgekehrt funktioniert, also vom Kind in Richtung Eltern, traf uns vor ein paar Tagen. Ein Beispiel: der Umgang mit Schimpfwörtern.
Alles begann mit der Feststellung, dass das Kind endlich spricht! Und nicht mehr aufhört. Wochenlang hatten wir auf eine Erweiterung des Wortschatzes „Mama, Papa, Bär, Gurke, Nein, Ja, Eier, raus, rein, runter, Hallo, Tschüss, Schaukel, Eimer, Bagger“ gewartet und dann war es auf einmal soweit. Unser Sohn sprach plötzlich alles nach. Auch die unliebsamen Schimpfwörter. Wenn unser Sohn begeistert „Scheiße!“ rief, weil die Wand seines Duplo-Hauses einstürzte, war dies im eigenen Kinderzimmer etwas befremdlich. Aber auch lustig. Weil der Kontext stimmte und man selbst daran erinnert wurde, nicht selbst bei jedem Missgeschick laut „Scheiße!“ zu rufen, sondern einfach mal Contenance zu wahren oder ein weniger hartes Wort wie „Mist!“ o.ä. zu verwenden.
Auf dem Spielplatz hingegen konnte es schon ein bisschen peinlich sein, wenn unser Sohn die in den Sand gefallene Weintraube mit dem Satz „Taube, huppalla - Scheiße!“ kommentierte und die Spielplatzkumpels begeistert das Wort „Scheiße!“ aufgriffen. Sehr zur Freude ihrer Eltern, die sich bemühten, das Ganze ein bisschen lustig zu finden. Eigentlich waren sie aber sauer. Auf mich und meinen Mann, die Eltern des missratenen Kindes, das ihren Kindern einen sorglosen Umgang mit dem Sch…-Wort antrainierte, nachdem SIE sich doch beizeiten zusammengerissen und das Sch…-Wort aus dem eigenen Sprachschatz vor Beginn der Papageien-Phase gestrichen hatten. Oder von vornherein nicht so fäkalisiert waren, wie mein Mann und ich. Wir sind der Auffassung, dass man fluchen darf, wenn es sich lohnt und man auch durchaus unfein werden und das Sch…-Wort benutzen darf, um seinem Unmut Luft zu machen. Und sich vor seinen Kindern auch in dieser Beziehung nicht verstellen muss. Wir hatten nur leider nicht gemerkt, dass wir schon etwas inflationär mit dem Wort geworden waren. Seit zwei Wochen reißen wir uns sehr zusammen und sagen vorbildlich oft „Schiet!“ oder „Mist!“ oder einfach gar nichts.
Es fruchtet auch schon ein bisschen. Unser Sohn hat seit 5 Tagen kein einziges Mal mehr „Scheiße!“ gerufen. Nachdem er uns also den Spiegel vorgehalten und uns dazu angehalten hatte, weniger unschön zu fluchen, hat er sich nun ein Vorbild an seinen von ihm erzogenen Eltern genommen und sich ebenfalls wieder sozialadäquateren Wörtern zugewandt. Wir sind ihm sehr dankbar dafür, nicht nur gut von ihm erzogen zu werden, sondern am eigenen Leib zu erfahren, wie Erziehung eigentlich und hauptsächlich funktioniert: durch Vorleben. Was das für weitere Erziehungsbereiche wie z.B. Tischmanieren heißt, das überlegen wir uns in einer ruhigen Minute mal.
Viele angeblich schwangerentypische Verhaltensweisen hielt ich in der ersten Schwanger-schaft für bloße Gerüchte. Weil ich davon nicht betroffen war. Ich wollte kein Nutellabrot mit Gürkchen essen und ich musste auch nicht bei jeder romantischen Hollywood-Schmonzette losheulen. Im Großen und Ganzen fühlte ich mich ziemlich normal. Bis auf einen Schwangerentrieb, der eigentlich erst zum Ende der Schwangerschaft akut werden sollte: der Nestbau-trieb. Den hatte ich von Anfang an, was in meiner damaligen Lebenssituation mit zwei Um-zügen von München nach Lüneburg und von Lüneburg nach Kiel nicht wirklich hilfreich war. Denn wir hatten an jedem Ort ganz viele Räume mit Kartons, zerlegte Möbel, Vorstellungen, wie unsere Kieler Wohnung mal aussehen sollte, aber ein „Nest“ für unser Baby hatten wir nicht. Das machte mich mittelmäßig verrückt. Ich war nicht besonders stressresistent im Alltag, es fiel mir schwer, einzusehen, dass wir noch Wochen und Monate bis zum errechneten Geburtstermin hatten, ich wollte unbedingt ein gemütliches Kinderzimmer für unseren Sohn. Ca. sechs Wochen vor der Geburt hatten wir es geschafft. Die Umzüge waren gut über die Bühne gegangen, das Zimmer war einigermaßen hergerichtet, mir ging es augenblicklich besser, ich konnte mich entspannen und hatte das Gefühl, das Baby dürfe jederzeit kommen, schließlich hatte es nun einen Raum zum Wohnen.
In meiner jetzigen Schwangerschaft zogen wir wieder um. Diesmal hatte ich keinerlei Nestbauambitionen für unser Baby. Denn ich wusste aus Erfahrung: das Kind ist nur im liebevoll eingerichteten Kinderzimmer, wenn man selbst auch dort ist. Solange Bilderbücher, Duplo und Brio-Bahn noch uninteressant sind also selten bis nie. Oder irgendwann auch mal nachts, wenn es schläft, sich in diesem Zustand aber nicht unbedingt an den kreativen Raumteilungsideen und Wanddekorationen seiner treusorgenden Eltern erfreuen kann. Außerdem haben wir in unserer neuen Wohnung nur einen kinderzimmertauglichen Raum, der ja schon vom großen Bruder „bewohnt“ wird. Zwischendurch denken mein Mann und ich an, wo das Bettchen der Schwester in diesem Raum einmal stehen soll und wie man es durch kluge Raumaufteilung am sinnvollsten hinbekommt, beiden Kindern – und damit vor allem uns – eine ununterbrochene Nachtruhe einzurichten. Wir denken das aber nie zu Ende, weil wir durch das erste Kind gelernt haben, nach dem Motto „Que sera, sera!“ zu leben. Wissen wir, wann die Kleine das erste Mal durchschlafen wird? Nein. Ob sie überhaupt in ihrem eigenen Bett schlafen will? Nein. Ob Johann nicht auch erstmal wieder bei uns einziehen wird, weil er es ungerecht finden könnte, dass das Baby bei uns schlafen darf und er alleine in seinem Zimmer schlafen soll? Nein. Also: diesmal kein Nestbau. Oder doch, ein bisschen, nachdem meine Ärztin mir zwei Wochen vor dem Termin attestierte, dass es jederzeit losgehen könnte und sie nicht an das errechnete Datum glaubte. Da musste ich noch einmal schnell in alte Verhaltensmuster verfal-len und wenigstens das kleine Bett schnell bei uns im Schlafzimmer aufbauen, den Betthim-mel aufhängen, ein Nestchen als Bettumrandung nähen, einen kleinen Schlafsack waschen (und auch die komplette übrige Familienwäsche, was weg ist, ist weg), meine Kreißsaaltasche packen, einen Drogerie-Großeinkauf mit Säuglingsartikeln tätigen, Wochenbetttaugliche Nahrungsmittel einkaufen, einmal die Wohnung grundreinigen (mit Balkon aufräumen und Fenster putzen), den Flaschensterilisator aus dem Schrank holen und alle Kleidungsstücke Gr. 50-56 zusammensammeln und schon mal im Bereich des Wickeltischs parat legen.
Als ich mich dann abends mit Überanstrengungswehen auf dem Sofa langmachte, wusste ich: jetzt kanns losgehen! Das war vor zwei Wochen. Heute sieht die Wohnung wieder aus, wie vor dem Nestbauanfall und die Wäsche türmt sich wieder. Diesmal ist es mir egal. Denn ich weiß: sauberere Böden zum Rumkrabbeln werden frühestens in einem dreiviertel Jahr relevant und egal, wie viel ich jetzt wasche: mit Baby bekommt man die Maschine noch schneller wieder voll. Also entspanne ich mich einfach und warte in Ruhe auf den errechneten Termin und vielleicht noch ein bisschen länger. Que sera sera.
Vor der Geburt meines Sohnes hatten wir die Zeitschrift Eltern abonniert. Ich hatte meinen Mann als Bankkunden geworben und als Dankeschön bekamen wir den monatlich erscheinenden Familienratgeber ein Jahr lang frei Haus. Dankbar sog ich jede Information über Babyschlaf, Babykleidung, Babyentwicklung und vor allem über Babynahrung auf...
weiterlesen 0 KommentareVor und zur Geburt eines ersten Kindes wird man nicht nur überhäuft mit Babykleidung in unmöglichen Formen, Farben und in falschen Größen für die jeweilige Jahreszeit. Man wird zusätzlich zugeschüttet mit Ratschlägen. Ohne danach verlangt zu haben...
weiterlesen 0 KommentareAus der gängigen Spielzeuglandschaft gibt es einiges im Kinderzimmer meines Sohnes, das mir aus meiner Kindheit noch sehr bekannt ist: Duplo, Brio, Steiff, IKEA-Spielsachen, Ravensburger-Puzzle und -Bücher. Das sind die Dinge, die ich mag, deren Bespielung ich aktiv durch Neukäufe unterstütze...
weiterlesen 0 KommentareMan sagt, es gibt kaum innigere Verhältnisse als das einer Mutter zu ihrem Sohn. Das stimmt in ganz vielen Situationen, in manchen aber auch nicht. Mein Mutterverhältnis ist zum Beispiel dann nicht besonders innig, wenn ich meinem 1 ½ Jahre alten Sohn zum vierten Mal am Tag trockene Kleidung anziehe, weil er sich
weiterlesen 0 KommentareWie oft haben wir diesen Satz nicht schon gehört. Doch ist aller Anfang wirklich schwer? Sehen wir mal den Anfang einer Schwangerschaft. Die hormonelle Umstellung lässt manche Frauen am Anfang nicht geradere rosig aussehen. Später nach der Geburt ist es dann der Anfang der Stillzeit, der nicht immer so ist wie gedacht oder die unruhigen Nächte. Mir sagt einmal eine Frau nach der Geburt ihres 3. Kindes: